Fecht-Training

Fechten bei Morbus Parkinson

Termine

„Parkinson-Patienten neigen dazu, sich aus krankheitsspezifischen Gründen zu nehmend zurückzuziehen, das heißt, Aktivitäten zu meiden. Dem kann und muss durch physikalische Maßnahmen entgegengewirkt werden.“
I
m G (Hrsg) (1997) Parkinson – was ist das? Roche, Basel, S 3

Man ist nicht inkludiert, man wird inkludiert!

Ja, wird der eine oder die andere wird sagen, das hab ich doch schon mal gehört. Ich habe mich bewusst für das Zitat „man ist nicht behindert, sondern man wird behindert“ entschieden. Inklusion, sicher – ein wichtiges Thema. Inklusion, auf jeden Fall bin ich dafür. Inklusion, mal ganz ehrlich – das berührt mich gar nicht – dachte ich lange.

Die Zeit geht ins Land, die Diagnose Parkinson drängt sich in das eigene Leben, und plötzlich wird man zu einer Inklusionsveranstaltung eingeladen – als zu Inkludierender. Darüber musste ich eine Nacht schlafen.

Aber, wie meine Oma zu sagen pflegt: „Parkinson – es ist nicht alles schlecht“, gibt es offensichtlich Menschen, die sich dafür interessieren. Irgendwann fiel mir dieses Buch aus dem Jahre 2000 in die Hände.

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-93715-6_18

Der letzte Artikel von D. von der Ahé mit dem Titel „Sportfechten mit Parkinsonpatienten“ weckte mein Interesse. Schnell war der Inklusionsbeauftragte des Berliner Fechterbund, Karsten Häschel, zu einem Treffen bereit. Er war es auch, der den Kontakt zum Fechtclub Grunewald herstellte, und zum Ende des Jahres 2019 traten fünf Parkies mit Florette und Maske ihr erstes Training an.

Ähnlich wie beim Boxtraining, geht es auch beim Fechten um Kognition, Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer. Selbstverständlich im Rahmen der Möglichkeiten jedes einzelnen. Trainiert werden wir von zwei Klubmitgliedern, die zugleich Studierende an der Humboldt Uni sind. Sie waren es auch, die für unsere Gruppe den liebevollen Begriff „Potenzialgruppe“ prägten.

Die Corona Pause haben wir genutzt, um ein Konzept zu entwickeln, das es sowohl Parkinson-Erkrankten als auch Nichterkrankten ermöglicht, innerhalb von acht Wochen grundlegende Fechtkenntnisse zu erwerben.

Der wohl umtriebigste Inklusionsbeauftragte eines Berliner Sportvereines, Karsten Häschel, tut sehr viel für die Inklusion in Sport. Aus der Sicht der Parkies möchte ich sagen, es hätte nicht besser laufen können. Danke Karsten.

Artikel aus „Fechtsport“ 05/2020

fechtsport 052020 Seiten 20, 21
fechtsport 052020 Seite 21

Inklusion

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