Blut Protein Biomarker (BRIDGE-PD)
Kurz und präzise:
Kern des Projekts: Blut Protein Biomarker (BRIDGE-PD)
Ziel ist es, Parkinson über Blut-Biomarker frühzeitig und objektiv messbar zu machen.
Damit sollen Risikopersonen Jahre vor Symptombeginn identifiziert und Verläufe besser vorhergesagt werden.
Gleichzeitig dienen diese Marker als Grundlage für Medikamentenstudien und deren Bewertung.
Einordnung in einem Satz:
Es geht darum, Parkinson mittels Blut-Biomarkern Jahre vor den ersten Symptomen erkennbar zu machen, um Diagnose, Risikoeinschätzung und Studien objektiv zu verbessern.
Wortlaut:
„Hallo, mein Name ist Brit Mollenhauer.
Mein Name ist Sandrina Weber und wir kommen aus der ältesten und größten Parkinsonklinik in Deutschland, der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, sowie der Universitätsmedizin Göttingen.
Wir arbeiten seit Jahren an Biomarkern zu Parkinson.
Biomarker sind Indikatoren für Krankheiten.
Wir müssen die Parkinson-Erkrankung besser diagnostizieren, viel früher diagnostizieren und den Verlauf besser abbilden – und zwar objektiver, nicht nur anhand von Symptomen wie Tremor oder Maskengesicht.
Wenn man eine Lebererkrankung hat, misst man Leberwerte. Wenn man eine Therapie einsetzt, kann man anhand dieser Werte sehen, ob es der Leber besser geht.
So etwas schwebt uns auch für Parkinson vor.
Wir haben in den letzten Jahren viel an Biomarkern im Nervenwasser geforscht.
Um eine Nervenwasserprobe zu gewinnen, braucht man jedoch eine Lumbalpunktion. Das ist eine leicht invasive Methode und daher nicht gut geeignet für ein flächendeckendes Screening, insbesondere auf Bevölkerungsebene.
Deshalb wollen wir uns jetzt speziell auf Blut-Biomarker fokussieren.
Blut ist deutlich einfacher zu gewinnen und kann auch von Hausärzten oder niedergelassenen Ärzten abgenommen werden.
Zudem können wir bei Blutproben auf große Studienkohorten zurückgreifen, die wir über die letzten Jahre aufgebaut haben.
Eine Studienkohorte ist eine Sammlung von Patienten und Proben.
Wir konnten auf eine spezielle Kohorte zurückgreifen, die sogenannte Gesund-Altern-Kohorte.
Darin sind keine Parkinson-Patienten, sondern Personen, die noch nicht erkrankt sind, aber ein erhöhtes Risiko für Parkinson haben.
Bei diesen Personen untersuchen wir die Zusammensetzung der Eiweißstoffe im Blut.
Aus Vorarbeiten konnten wir in einer anderen Kohorte zeigen, dass wir bei Risikopatienten Parkinson bis zu sieben Jahre im Voraus diagnostizieren können.
Welche Fragestellungen wollen wir mit diesem Projekt beantworten?
Zum einen: Wie können wir Parkinson besser und früher diagnostizieren?
Wie können wir in der Bevölkerung Risikopersonen identifizieren, die später Parkinson entwickeln?
Wie können wir den Verlauf der Erkrankung besser vorhersagen?
Und das Ganze dient auch dazu, Medikamentenstudien zu unterstützen, die genau solche Biomarker benötigen.
Wir sind sehr gespannt auf dieses Projekt und danken der Parkinson-Stiftung für die großzügige Unterstützung.“