Validierung der SynNeurGe Kriterien

Validierung der SynNeurGe Kriterien

1. Worum geht es im Kern?

Das Projekt zielt nicht auf eine neue Therapie, sondern auf die Validierung eines Klassifikations- und Diagnosemodells für Parkinson: der sogenannten SynNeurGe-Kriterien.

Kurz: Parkinson soll präziser eingeordnet, sortiert und benannt werden – mithilfe von Biomarkern und formalen Kriterien.

2. Was sind die SynNeurGe-Kriterien?

SynNeurGe steht sinngemäß für ein biologisch definiertes Parkinson-Modell, das drei Ebenen kombiniert:

  1. Syn
    Hinweise auf α-Synuclein-Pathologie
    → z. B. Liquor-Biomarker, Hautbiopsien, Seed-Amplification-Assays
  2. Neur
    Nachweis einer Neurodegeneration
    → Bildgebung (DAT-SPECT, MRT), Neurophysiologie, Verlaufsmarker
  3. Ge
    Genetische Risikofaktoren
    → z. B. LRRK2, GBA, SNCA

Ziel:
Parkinson nicht mehr nur klinisch (Tremor, Rigor, Bradykinese), sondern biologisch definiert zu klassifizieren – ähnlich wie es in der Onkologie längst üblich ist.


3. Was bedeutet „Validierung“ in diesem Projekt?

„Validierung“ heißt hier konkret:

  • Die Kriterien werden nicht neu erfunden
  • Sie werden an bestehenden und neuen Patientendaten überprüft

Konkret geschieht Folgendes:

a) Nutzung vorhandener Proben

  • Liquor, Blut, genetische Daten
  • Bildgebung
  • bereits dokumentierte Krankheitsverläufe

b) Neue Kohorte

  • neu rekrutierte Patient:innen
  • „tief phänotypisiert“ bedeutet:
    • sehr viele Messungen
    • sehr detaillierte Klassifikation
    • hoher Aufwand, aber keine Intervention

c) Multizentrisches Netzwerk

  • Mehrere Zentren in Deutschland
  • Ziel: Reproduzierbarkeit und Standardisierung

4. Was ist das eigentliche Ziel?

Das Projekt verfolgt drei systemische Ziele:

1️⃣ Präzisere Diagnose

  • Frühere Einordnung
  • Abgrenzung von Parkinson-Subtypen
  • Trennung „echter“ PD von Parkinsonismen

2️⃣ Bessere Stadieneinteilung

  • Krankheitsverlauf soll biologisch statt nur klinisch beschrieben werden
  • Grundlage für zukünftige Studien

3️⃣ Vorbereitung für Medikamentenstudien

  • Pharma-Studien brauchen homogene Patientengruppen
  • Die SynNeurGe-Kriterien liefern genau diese Selektionslogik

Wortlaut: