Prof. Dr. Kathrin Brockmann
Die Grundidee ihres Vortrags ist: Bisher behandeln wir bei Parkinson vor allem die Symptome, indem wir fehlendes Dopamin ersetzen. In Zukunft will man direkt in die Ursachen eingreifen – also in die Prozesse innerhalb der Nervenzellen, die zur Krankheit führen. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar zu stoppen.
Die Forschung verfolgt derzeit mehrere Ansätze: Eiweißablagerungen im Gehirn stoppen (Alpha-Synuclein), den Zellstoffwechsel verbessern (z. B. mit Diabetesmedikamenten), Gene gezielt beeinflussen und Nervenzellen durch Wachstumsfaktoren stabilisieren. Erste Ergebnisse sind teilweise ermutigend, aber oft noch uneinheitlich und nicht eindeutig wirksam.
Fazit: Es gibt viele Ideen und Studien – aber noch keine Therapie, die den Krankheitsverlauf verlässlich verändert.
1. Konkrete Zeiträume aus dem Vortrag
Alpha-Synuclein (Antikörper, z. B. Prasinezumab)
- erste Auswertung: nach 1 Jahr → kein Effekt
- Langzeitdaten: 4–5 Jahre → leichte Verlangsamung sichtbar
- neue Phase-3-Studie:
- Laufzeit: ~2 Jahre (104 Wochen)
- Ergebnisse erwartet: ab 2029
👉 Interpretation:
Wenn überhaupt, dann zeigt sich ein Effekt erst nach mehreren Jahren.
Aktive Impfung
- bisher nur: Zwischenergebnisse
- keine klaren Zeiträume für klinischen Nutzen
- Fokus: Antikörperbildung + Marker
👉 Interpretation:
Zu früh, um etwas über Verlauf zu sagen.
GLP-1 (z. B. Abnehmspritzen)
- Studienlaufzeiten: meist Monate bis wenige Jahre
- Ergebnis: kleiner, inkonsistenter Effekt
👉 Interpretation:
Kein klarer zeitlicher Nutzen im Verlauf erkennbar.
Gentherapie (GDNF etc.)
- Studienabschluss: ~2028
- aktuell: frühe Phase
👉 Interpretation:
Verlaufseffekte völlig offen, eher langfristige Perspektive.
Gen-spezifische Therapien (LRRK2, GBA1)
- laufen aktuell
- keine belastbaren Zeitangaben zu Wirkung im Verlauf
👉 Interpretation:
Noch experimentell.
2. Das eigentliche Muster (entscheidend)
Über alle Ansätze hinweg zeigt sich:
- keine schnelle Wirkung
- keine klare kurzfristige Verbesserung
- Hoffnung basiert auf:
- langsamer Verzögerung über Jahre
- nicht auf spürbarer Veränderung im Alltag
3. Kurzfazit:
Wenn diese Therapien wirken, dann sehr langsam – messbar erst nach Jahren und oft nur als leichte Verzögerung des Verlaufs. Für den heutigen Alltag der Patienten ergibt sich daraus bislang kein unmittelbarer Nutzen.
Wortlaut:
Pressekonferenz Prof. Brockmann und Forschungsgruppenleiterin am Härteinstitut für klinische Hirnforschung und am Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen.
Sie wird uns ein Update geben zum Status quo großer Studien, die das Ziel haben, Medikamentös in den Verlauf von Parkinson einzugreifen. Professor Brockmann, welche Ansätze sind hier gerade besonders spannend?
Ja, liebe Frau Wilken, liebe Damen und Herren, ich freue mich auch, Sie heute begrüßen zu dürfen. Ich glaube, aktuell und auch die nächsten fünf Jahre werden wahnsinnig spannend, wie wir gleich sehen, was die Medikamentösentherapien angehen. Und ich möchte gleich starten mit der Präsentation weiter, bitte.
Wenn wir darüber nachdenken, was ist Verlaufsmodifikation im Vergleich zu wie wir aktuell im Moment behandeln, derzeit haben wir auf der linken Seite zu sehen, die Parkinson-Erkrankungen, wie Sie klassisch immer uns vorgestellt haben, die Drobinergenzellen gehen zugrunde, bilden kein Dopamin mehr und wir ersetzen das eben durch Medikamente. Jetzt ist es aber so, wenn wir die Erkrankungen ja tatsächlich in Ihrem Verlauf verlangsamen oder gar stoppen wollen, da müssen wir wirklich an die Stoffwechselwege innerhalb der Zellen im Nervensystem eingreifen. Das heißt, wir müssen diese Stoffwechselwege, entweder wenn viele Funktionen sind, wieder aufrechterhalten oder wenn, wie im Fall von dem Alpha Synuclein, also das Kern Eiweiß, was sich bei Parkinson in die Nervenzellen ablagert und auch dann über die Zeit durchs Gehirn propagiert. In dem Fall müssten wir die Propagation und auch die Bildung dieser Aggregate stoppen. Das heißt, das sind vielversprechende Ansätze und da hat die Wissenschaft und die Forschung in den letzten Jahren tatsächlich wirklich einen Quantensprung gemacht. Nächste Slide, bitte. Ich möchte zuerst eingehen auf die Therapien gegen eben dieses Alpha Synuclein, also dieses klassische Parkinson-Eiweiß und hier müssen wir zwei Therapieformen unterscheiden, die gleich noch mal relevant werden. Zum einen sozusagen die passive Impfung, sprich wir geben Antikörper, die schon vorgefertigt sind, sozusagen zumeist über eine Infusion, über die Wehne in den Körper und diese Antikörper gehen dann durch die Blutirnschranke und können wirklich im Gehirn des krankmachende Alpha Synuclein binden und damit neutralisieren, sodass sich das dann nicht mehr weiter ausbreitet. Demgegenüber gibt es auch die aktive Therapie, das heißt ähnlich wie zum Beispiel eine Tethanus-Impfung, hier geben wir in ein Muskel über eine Spritze sozusagen ein dem Alpha Synuclein-Aggregat, ähnliches Eiweiß-Molekül und der Körper muss dann eben selber übers Immunsystem die Antikörper bilden, die dann schlussendlich aber auch aus der Blutstrombahn ins Gehirn gehen und auch da wieder dann das Alpha Synuclein binden und so an seiner Ausbreitung eben im Rahmen der Erkrankung durchs Gehirn verhindern. Ich möchte auf dem nächsten Slide jetzt gleich Daten nochmal zeigen von der sozusagen passiven, also wo wir Antikörper direkt über eine Infusion geben und hier hatten wir letztes Jahr schon besprochen die Therapie mit Prasine zum MAP. Die Studie hatte ja in ihrem ersten Endpunkt, wo die Placebo-Gruppe eben gegen die Prasine zum MAP-Gruppe nach einem Jahr ausgewertet wurde, keinen relevanten Effekt für Prasine zum MAP gezeigt, sprich der Verlauf der motorischen schwere Grad war schlussendlich gleich. In der Subgruppe Analyse und das sehen wir hier auf diesem DiA zeigt sich dann aber das Diebprobanten, die schnelleren Verlauf hatten, gemessen an unterschiedlichen klinischen Maßen oder aber auch gemessen an dem Verbrauch an Medikation sozusagen, hatten nach einem Jahr die Leute den schnelleren Verlauf hatten schon doch einen Effekt in dem Prasine zum MAP-Arm, sodass auf dem nächsten Slide jetzt nochmal Daten gefolgt sind nach vier und auch nach fünf Jahren und die fünf Jahresdaten sind jetzt letzte Woche ganz frisch auf dem Kongress ADPD vorgestellt worden und Sie sehen hier zum einen in den zwei oberen Grafiken der motorische schwere Grad gemessen, wie wir ihn in der Klinik eben einfach einschätzen und sowohl nach vier als auch nach fünf Jahren zeigt sich eben zwischen der Placebo-Gruppe in Schwarz dargestellt und der Gruppe im Prasine zum MAP in Blau dargestellt sozusagen, tatsächlich die Schere geht auseinander, das heißt die Patienten, die Prasine zum MAP erhalten haben, hatten einen langsameren Verlauf, sprich weniger Zunahme an motorischen Beschwerden als im Vergleich zur Placebo-Gruppe und das Ganze war und ich glaube der Punkt ist auch noch mal relevant, nicht nur gemessen von dem, wie es der Arzt in der Klinik anhand von bestimmten Skalen einschätzt, sondern auch gemessen, an dem wie Patienten sich im Alltag einschätzen ist, die Grafik unten links an diesem Punkt gemessen zeigt sich eben das gleiche Ergebnis, dass man jetzt eigentlich hoffnungsfroh sein kann, nach fünf Jahren tatsächlich wirklich gabe dieser Infusion einmal im Monat, zeigt sich dann wirklich einen Effekt auf die Ausprägung der motorischen Einschränkungen und es hat jetzt auf dem nächsten Slide tatsächlich zur Initiation noch mal eine andere Studie geführt und hier sehen wir auch mal Daten von der Padova-Studie, die nimmt den gleichen Antikörper auch das Prasine zum MAP hat, aber ein bisschen anderen Endpunkt definiert, sondern nicht die fortlaufende Verschlechterung der Beweglichkeit, sondern hier wurden sozusagen Events, also Meilensteine definiert, sprich ich musste fünf Punkte in dieser motorischen Skala schlechter werden, musste das zweimal hintereinander erreichen und was wir sehen auf der linken Seite ist zum einen die gesamte Kohorte und wir sehen sozusagen die Probanden mit der Prasine zum MAP haben das zweihundertmal erreicht, diesen Meilenstein die Placebogruppe öfter mit 220 mal, was aber relevant ist, zum Beispiel wann erreiche ich so ein Meilenstein und hier zeigte sich, dass die Prasine zum MAP Gruppe den viel später erreicht hat, sprich der Verlauf war sozusagen langsamer bis hin zu diesem Meilenstein der motorischen Verschlechterung und wenn man das dann noch mal sieht, auf der rechten Seite ist jetzt noch mal eine Subgruppenanalyse für nur Patienten, die das Levodope eingenommen haben in der Studie, hier zeigt sich das nochmal ausgeprägter, zum einen die Meilensteine in ihrer Häufigkeit und zum anderen aber vor allen Dingen auch eben nochmal die Zeit die Wochen bis zum Erreichen dieses Meilensteins die Placebogruppe hat deutlich schneller erreicht als die Prasine zum MAP Gruppe. Zunahm genommen haben sozusagen die Studienergebnisse, die der beiden Studien, also einmal die Pasadena-Studie und hier eben auch die Padova-Studie dazu geführt, auf dem nächsten Slide bitte, das tatsächlich jetzt eine große weltweite Studie Phase 3 initiiert worden ist, 900 Teilnehmer sollen rekrutiert werden, was wirklich als Zulassungsstudie nachher für dieses Medikament sozusagen angelegt ist. Der Studienstart war im November 2025, die USA haben zuerst angefangen, wir haben jetzt in Europa und auch für Deutschland letzten Monat das positive Ethik-Fotome erhalten, sodass jetzt auch die deutschen Zentren gestartet sind und man hat sich jetzt entschieden hier als Endpunkt primär für diese Studie, wieder eben diese Zeit bis zum Erreichen eines motorischen Meilensteins, also einer definierten Verschlechterung in den Bewegungsskalen herangenommen. Das Ganze soll über 104 Wochen laufen mit der Möglichkeit dann eben aber auch der Verlängerung und jetzt eben wirklich als Zulassung, also wir dürfen hoffnungsvoll sein über die nächsten Jahre, Sie sehen Studienergebnisse werden ab 20, 29 erwartet, also das ist jetzt wirklich eine spannende Zeit, ob dieses Medikament es wirklich schaffen sollte, den Effekt nachzuweisen für eine mögliche Zulassung. Dann auf dem nächsten Slide würde ich gerne noch mal, wir hatten ja auch die aktive Impfung besprochen sozusagen, auch hier gibt es Neuigkeiten, sprich Patienten bekommen in der Wachstumstudie, sind 150 Teilnehmer sind geplant, 40 bis 75 Jahre alt, auch wieder ein frühes Erkrankungsstadium. Die Studie hat jetzt erste Zwischenergebnisse geliefert und wir sehen auf dem nächsten Slide, wie die aussahen, sprich die Patienten wurden eben in den Muskel geimpft mit diesem künstlich vorgefertigten Anteil eben von Alpha Zynokulin, sodass der Körper dann eben übers Immunsystem selber diese Antikörper bilden musste und das ist tatsächlich erfolgreich gewesen, sprich in den Patienten, die sozusagen im Vergleich zu Placebo, da wurde eben einfach Wasser in den Muskel gespritzt, die Patienten, die sozusagen die Vaccine erhalten haben, gab es 100 Prozent Responder, das heißt, alle Patienten, die das Medikament bekommen haben, haben auch wirklich Antikörper darauf hin entwickelt und der Antikörper Tieter war sogar fünffach höher als in der Placebo-Gruppe. Das Wichtig ist auch, Parkinson spielt sich nicht ausschließlich, aber primär eben auch im Gehirn ab, diese Antikörper hatten die Eigenschaft auch wirklich ins Gehirn durch die Blutirnschrank zu wandern und waren dann eben auch im Nervenwasser nachweisbar, auch eben in einer hohen Konzentration und erst vor Analysen sozusagen von Markern, die wir mit der Parkinson-Erkrankung verbinden, sprich wie viel Nervenzerfall haben wir, wie stabilisiert sich das Alpha Zynokulin, haben jetzt zumindest in dieser Zwischenanalyse gezeigt, dass sich diese Marker im Vergleich zur Placebo-Gruppe stabilisiert haben. Auch das Dopaminsystem, gemessen mit dem so genannten Datschgen, zeigte in der Gruppe, die eben die aktive Impfung erhalten hat in Stabilisierung und als klinisches Korrelat sozusagen, zeigt sich eben wieder dieses Scala, die wir immer heran nehmen, um die Bewegung einzuschätzen, zeigt auch dieses Scala der MDS-UPDRS tatsächlich eine Stabilität im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Das heißt, diese Zwischenergebnisse und Analysen sind tatsächlich erstmal positiv zu bewerten, so dass auch diese Studie fortgeführt wird. Wichtig an der Stelle ist eine aktive Impfung, es gab keine schwerwiegenden Ereignisse in der Studie. Das häufigste war im Reaktion lokale Schwellung und Rötung einer Einstichstelle, ansonsten aber keine relevanten schwerwiegenden Nebenwirkungen, sodass insgesamt auch vom Sicherheitsprofil ein gutes Gefühl haben dürfen, bei dieser Studie, wie es eben auch tatsächlich weitergeht. Dann darf ich überleiten mit der nächsten Folie zu den GLP1-Algunisten. Das ging ja tatsächlich so seit zwei, drei Jahren wirklich durch die Presse, die kennen, die GLP1-Algunisten sind, die Diabetes-Medikamente, die sogenannte Abnehmenspritze und hier zeigt sich aber vom Stoffwechselweg, wie diese Medikamente zusätzlich wirken, ganz eindrücklich, dass sie genau die Kernwege, die wir von der Parkinson-Erkrankung kennen, sprich, viel gefallteter Eiweiße, werden in der Nervenzelle nicht richtig abgebaut. Wir haben eine Energiedefizit, wir haben zusätzliche Entzündungsreaktionen in die Nervenzellen und im Gehirn genau diese Stoffwechselwege werden durch diese GLP1-Algunisten biologisch adressiert und können eben die Funktionen für Eiweißabbau, für Energie einfach wieder erhöhen und aus diesem Grund, sozusagen, hatte man ja unterschiedliche Studien in den letzten Jahren geplant und auch vervollständigt und zwischenzeitlich war der Stand so, dass eine große Studie positiv war, da war die Welt ganz, ganz euphorisch. Die zweite Folgestudie war dann leider negativ, ohne Effekt und jetzt gab es auf dem nächsten Slide zu sehen, nochmal eine Meteranalyse. Das heißt, alle bisher publizierten Daten wurden zusammengenommen und wurden noch mal zusammen ausgewertet und ich möchte Ihre Aufmerksamkeit lenken auf den roten, auf die rote Box sozusagen. Wenn man alle Studien gemeinsam nimmt, die die positiv fahren und auch die, die negativ fahren und Sie sehen die Fallzahlen, waren pro Studie nicht besonders groß. Da hatten wir sozusagen zwischen 20 und 97 Patienten pro einzelner Studie, die das Medikamente erhalten haben und analog dazu die Kontrollgruppen. Wenn man jetzt die Effekte aller Studien aufsummiert, dann ist der ein Mini-Effekt da zugunsten eines besseren Verlaufs für die Gruppe, die die GLP1-Argunisten erhalten hat, eben wieder auch gemessen an der motorischen Skala, an dem MTS-Yupides Part 3. Aber die Ergebnisse sind jetzt noch nicht so überwältigend, dass man sagen würde, wow, das müssen wir auf jeden Fall jeden Park in so einem Patienten empfehlen, aber es ist nach wie vor die Hoffnung da und es ist jetzt noch mal eine neue Studie in Schweden aufgelegt worden, die neben diesem reinen klinischen Skalenniveau mit diesem MTS-Yupides eben auch noch mal ein Gehirnscan macht, ein sogenanntes FDG-Bed, wo man eben wirklich anhand des Glucose-Metabolismus also wirklich den Stoffwechsel der Nervenzellen beurteilt und eben das auch noch mal als Endpunkt heran nimmt, um zu gucken, haben wir einen Effekt, einen positiven Effekt, der GLP1-Argunisten ja oder nein. Also ich glaube, das ist noch ein spannendes Feld, was uns in den nächsten Jahren weiter beschäftigen wird. Dann darf ich auf dem nächsten Slide überleiten und jetzt kommen wir auch zur Gentherapie. Das ist ja auch in aller Munde und Gentherapie ist eine spannende Sache, zum einen für genetische Formen der Parkinson-Erkrankung, zum anderen aber auch überall dort, wo wir eine Fehlfunktion von bestimmten Stoffwechsel wegen haben in den Nervenzellen, können wir über Gentherapie, über anschalten bestimmter Gene, die diese Funktion wieder aufrechterhalten, tatsächlich arbeiten. Und es funktioniert so, dass wir eben diesen bestimmten Erbabschnitt in ein Virus geben. Der Virus ist eigentlich der Träger und wird dann im Moment in den meisten Studien, wird dieses Virus mit eben der DNA, die die Information erhält, Stoffelweg, Wechselweg A oder B in seiner Funktion wieder zu erhöhen und herzustellen, wird direkt ins Gehirn gegeben über neuropäische Maßnahmen und da gibt es im Moment eine Studie, die für alle Parkinson-Patienten, nicht nur für genetische sozusagen läuft und es ist die Regenerate-Studie. Da wird über ein Virus ein Wachstumsfaktor, nämlich GDNF, über direkt ins Gehirn in die Gebiete, wo sich die Parkinson-Erkrankung vor allen Dingen auch motorisch als abspielt gegeben. Die Studie hat auch angefangen, auch deutsche Zentren sind beteiligt. Auch die ersten deutschen Zentren haben schon Patienten eingeschlossen, die Patienten wurden eben auch schon operiert und haben diesen Wachstumsfaktor bekommen. Sie sehen, die Zentren, die weltweit beteiligt sind, Deutschland, Polen, UK und USA, also nur vier Länder, können wir, glaube ich, in Deutschland wirklich stolz auch sein, dass wir hier vorne an der Front ermischen. Und interessanterweise auch hier jetzt also zu sagen, die die Studie messen möchte, ist zum einen natürlich die Sicherheit, also wie ist es, wenn ich so ein Virus ins Gehirn reinoperiere sozusagen. Und das andere ist eben ein Tagebuch, was die Patienten ausfüllen, woran eben die Einschränkung oder auch die Alltagsfähigkeit der Motorik gemessen werden soll. Sie sehen hier, voraussichtlich wird die Studie 2028 abgeschlossen sein. Auch hier also dürfen wir in den nächsten Jahren spannende Ergebnisse erwarten. Dann darf ich auf dem nächsten Slide abschließend auch noch über genetische Formen sprechen. Wo sind wir, Damen der Therapie? Da haben wir ja lange immer den Vorteil gesehen, dass wir gesagt haben, wenn wir wissen, welche Funktion ein Gen und das dazugehörige gebildete Eiweiß hat, dann können wir genau hier an den Stoffwechselwegen ansetzen, um auch wirklich eine Ursache zu therapieren. Und die zwei Gene, für die es wirklich die meisten Therapien mittlerweile im Rahmen von Studien aktuell gibt, ist zum einen das LRK2, das Laktu. Das ist ein Eiweiß, was als Enzym arbeitet und in einer mutierten Form, sprich Patienten, die eine genetische Veränderung in diesem LRK2-Gene haben, arbeitet dieses Eiweiß zu viel. Das heißt, wir müssen sozusagen eigentlich die Funktion des Enzyms, nämlich der LRK2-Kinase, reduzieren. Und es wird zum einen in dieser Luma-Studie gemacht, das ist ein sogenannte Laktur-Kinase-Inhibitor und zum anderen wird aber auch versucht, über eine Gentherapie, über sogenannte Asus, die Funktion eben von der Laktur-Kinase zu reduzieren, so dass wir eben nicht so viel pathologische Aktivität haben. Das zweite Gen, wo es im Moment wirklich viele, viele Therapieoptionen im Rahmen von Studien gibt, ist GBR1. GBR1 ist ein bisschen das Gegenteil von Laktu. Hier haben wir nämlich eine reduzierte Enzymaktivität in dem sogenannten GCAase-Protein. Das heißt, hier sind die Therapieformen darauf ausgelegt, diese reduzierte Aktivität zu erhöhen, dass die Zellen wieder besser krankhafte Eiweiße abbauen können und sich nicht so viel Stoffwechselprodukte anlagern. Sie sehen hier drei Studien gelistet, die alle den gleichen, das gleiche Ziel verfolgen, dieses Enzym in seiner Aktivität zu erhöhen. Das ist die Activate-Studie, das ist die VQ101 und die ASPRO mit Ambroxthul, das eigentlich ein Hustmittel ist, wenn Sie da mal in die Literatur gehen. Ambroxthul wird als Hustmittel genommen, ist aber wie gesagt auch biochemisch ein kleines Molekül, was diese Aktivität von diesem GCAase erhöhen kann. Auch hier ist Gentherapie ein großes Thema und im Rahmen von der Propel-Studie wird eben probiert, über Gentherapie dieses Enzymen in seiner Aktivität wieder zu erhöhen. Es sind weitere Studien geplant für GBR1, also das ist wirklich ein wahnsinnig dynamisches Feld im Moment, was hier an der Genetik ansetzten. Weitere im Anschlussfaktor ist noch auch wieder über Alphysnuclein-Antikörper, das Prasinizum abzunutzen, weil wir wissen, dass Patienten mit GBR1-Mutation besonders viel Alphysnuclein im Gehirn haben und da propagiert es besonders schnell von Nervenzelle zu Nervenzelle, sodass das eben auch hier nochmal probiert wird mit einem Antikörper zu untersuchen und dann als Endpunkt nicht nur die Bewegung, sondern vor allen Dingen auch die Gedächtnisleistung in den GBR1-Patienten anzuschauen. Also Sie sehen, dass das Feld ist im Moment wirklich wahnsinnig dynamisch. Viele Studien haben angefangen, erst jetzt zwischen Ergebnissen sind da und ich glaube in den nächsten zwei bis fünf Jahren werden so viele Studien beendet sein, wo wir die Ergebnisse mit Spannung erwarten dürfen. Damit darf ich aufs letzte Slide überleiten und auch tatsächlich noch mal den Deutschen Kongress für Parkinson- und Bewegungsstörungen hervorheben. Wir treffen uns ja am 16.4. für drei spannende Tage in Leipzig. Wir haben vonseiten der DBG auch eine nationale Agenda sozusagen aufgesetzt. Das heißt, wir wollen auch nationale Projekte besser fördern, insbesondere was Ursachen, aber auch Therapiemöglichkeiten angeht, vor allen Dingen auch was neben den medikamentösen Therapien, auch nicht medikamentöse wie Therapien wie Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, also auch solche Sachen müssen wir mitdenken und werden wir vielleicht auch in den nächsten Vorträgen gleich noch ein bisschen was zu hören. Wir müssen das als gemeinsames Konstrukt denken und auch hier sind, wie gesagt, neue Förderungen aufgesetzt und ich freue mich auch, dass wir tatsächlich die jungen Wissenschaftler in Deutschland fördern, dass wir auch weiterhin zukunftsfähig in Deutschland sind und wir verleihen auch die Preise für Nachwuchs und Wissenschaft auf dem Kongress. Damit danke ich ganz herzlich und freue mich nachher auf eine spannende Diskussion. Vielen Dank.