Prof. Dr. Brit Mollenhauer

Prof. Dr. Brit Mollenhauer

Bewegung Ernährung und Schlaf: Warum Lebensstilfaktoren bei Morbus Parkinson immer wichtiger werden
Prof. Dr. Brit Mollenhauer

Kernaussage:
Parkinson verläuft unterschiedlich schnell.

  1. Manche Patienten verschlechtern sich deutlich schneller – und das hängt u. a. mit Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Faktoren zusammen.
  2. Die Krankheit beginnt lange vor den typischen Symptomen.
    Etwa 20–30 Jahre vorher, in einer „unsichtbaren“ Phase ohne Zittern & Co.
  3. Genau dort liegt der Hebel.
    Diese frühe Phase kann man erkennen (über nicht-motorische Symptome) und gezielt beeinflussen.
  4. Strategie: sekundäre Prävention.
    Wenn jemand ein Risiko hat, kann man versuchen:
    Ausbruch verzögern
    → oder im Idealfall ganz verhindern

In einem Satz:
Parkinson ist kein plötzliches Ereignis, sondern ein jahrzehntelanger Prozess – und wenn man früh genug eingreift, kann man den Verlauf beeinflussen.


Zwischen den Zeilen:
Sie verschiebt den Fokus von:
„Behandlung nach Diagnose“
hin zu
„Eingreifen vor der Diagnose“

Das ist ein strategischer Perspektivwechsel – aber noch kein Beweis, dass es tatsächlich zuverlässig funktioniert.

Wortlaut:
Pressekonferenz Prof Mollenhauer Chefärztin der Paracelsus-Ellenar-Klinik Kassel und Professorin für translationale Biomarkerforschung bei neurodegenerativen Erkrankungen der Universitätsmedizin in Göttingen.
Ich freue mich auch sehr über Ihr Interesse in der Parkinson einer Krankheit. Ihr Interesse bringt uns auch weiter und ich möchte was über die Prävention sagen. Danke Frau Wilken für die Einleitung. Ich glaube die Prävention ist auch ganz wichtig, weil wir insgesamt mit den medikamentösen Therapien einfach noch eine ganze Weile brauchen, um da hoffentlich signifikant Erfolge zu erzielen. Ganz kurz mit dieser Studie und Herr Prof. Klassen hatte das schon schön gezeigt mit dieser Schlafabnöh-Geschichte. Es gibt Park in so einem Patienten, die haben sehr viel schnelleren Verlauf als andere und hier haben wir uns angeschaut welche Verlaufenden schneller und was wir hier sehen sind vor allem was motorisch angeht eben und kognitiv auch metabolische und Herzkreislauf-Gesikofaktoren und das hat uns dazu gebracht einfach auch mehr über die Prävention nachzudenken und wir wissen ja, es klang schon an, dass der Park in so ein eben 20, 30 Jahre vor den motorischen Symptomen letztlich beginnt, das ist diese nicht motorische Phase, da gibt es noch keine motorischen also kein Zittern, keine Minderbeweglichkeit, keine Balanceprobleme und diese Phase können wir erstens ganz gut definieren anhand der nicht motorischen Symptome und aber auch nutzen genau da anzusetzen mit unseren Präventionsstrategien und es gibt ja verschiedene Phasen der Präventionsstrategie und wir fokussieren uns jetzt mal auf die sekundäre Prävention wenn sozusagen schon ein Risiko vorhanden ist, kann man mit bestimmten Strategien eben zusehen, dass dann die Park in so einer Erkrankung, die motorische Park in so einer Erkrankung später oder eben vielleicht auch gar nicht sich ausbreitet. Eine Idee ist tatsächlich der Sport, der Sport ist fast besser als jegliches Medikament muss man sagen, das ist hier ganz schön dargestellt, wir haben die Ausschüttung von anti-entzündlichen Molekülen, insbesondere Myokine, wir verbessern den Metabolismus mit Sport, die Optimierung des Immunsystems ist ein ganz wichtiger Faktor, wir verbessern auch die Hirndurchblutung und fördern, das ist ganz interessant, selbst der Sport fördert die mikrobielle Vielfalt im Darm, da komme ich gleich bei der Ernährung noch mal drauf zu sprechen, also Sport ist insgesamt gut, zeigt sich auch hier noch mal in dieser Meta-Analyse, dass sich der Blutflow also die Durchblutung des Gehirns verbessern lässt auch im Zusammenhang damit ist es ja so, dass einige Demenzformen letztlich eher weniger werden, dadurch dass die Leute mehr Sport machen und wir können eben auch noch mal um Herrn Prof. Klaassen über das Glymphatrische System auch noch mal hier zu erwähnen, wir können mit dem Sport auch das Glymphatrische System antreiben, also hier vor dem Sport, hier nach dem Sport, Sie sehen, wir können auf die Art und Weise eben doch auch dafür sorgen, dass das Glymphatrische System vielleicht unsere Eiweiße, die wir gar nicht unbedingt im Gehirn so viel haben wollen, die aggregierten Eiweiße abzuräumen. Kommen wir zur Ernährung, da ist es tatsächlich aus dieser griechischen Studie sehr schön gezeigt, dass man auch mit einem höheren mediterranen Dietscore das Risiko für eine Parkinson Krankheit senken kann, das sind eben eher Vollkornprodukte, Gemüse, Olivenöl und weniger Fleisch und Vollmilchprodukte, wir haben gefunden, dass bestimmte Bakterien im Darm bei Parkinson Patienten vermehrt vorhanden sind, diese Bakterien dauen diese Schleimschicht an und sorgen dafür, dass wir ein sogenanntes Leakigat haben, also ein Darm, der mehr Stoffe durchlässt und dann eben auch wiederum mehr Entzündungsfaktoren im Körper produziert. Das haben wir dann noch mal aufgesetzt mit einer Studie, dann haben wir resistente Stärke, Parkinson Patienten gegeben, resistente Stärke, die nicht aufgenommen wird wie ein Vollkornprodukt, sozusagen dafür sorgt, dass diese schlechten Bakterien zurückgedrängt werden und wir konnten eben sehen, dass wir dadurch tatsächlich weniger Entzündungsfaktoren im Blut finden konnten, dass wir sozusagen den Darm abdichten und weniger Entzündung im Blut haben und haben dann noch weiter in Sachen Ernährungsstudien eine Fastenstudie initiiert und können zum einen sehen, dass wir natürlich die ganzen metabolischen Herz-Kreislauf-Faktoren auch mit der Reduktion des Gewichtes verbessern, aber eben auch den UPDES, das hatte Professor Brockmann schon schon angeführt, einen motorischer Score, den können wir verbessern in einer Fastenzeit von etwa 7-8 Tagen und auch die nicht-motorischen Symptome können wir hier eindeutig verbessern. Das heißt, es gibt auch mit der Ernährung einiges, was auch Parkinson-Patienten, aber auch Risikopatienten tun, können, um ihr Risiko zu senken und vielleicht den Parkinson später auftreten zu lassen. Über den Schlaf hat Herr Professor Klassen schon viel erzählt, diese aggregierten Eiweiß in den Zwischenräumen, die einfach durch das Glymphage-System abgeräumt werden können. Wir haben im Alter einen schlechten Schlaf, auch Parkinson-Patienten schlafen schlechter, insofern auch hier noch mal die Möglichkeit anzusetzen in der Verbesserung des Schlafes. Jetzt wird, glaube ich, ganz klar, wir sind noch nicht soweit, dass wir Parkinson heilen können und ein Ansatz, den wir auch verfolgen, ist eben, dass wir schon relativ spät sind in dem Erkrankungsfortstritt, wenn wir die Diagnose stellen mit den motorischen Symptomen und die Idee, die wir auch verfolgen, ist, dass wir die Medikamente, die im Moment auch entwickelt werden gegen den Parkinson und die vielleicht so relativ schleppen zu Ergebnissen kommen. Es gibt auch einige Studien, die ganz klar negativ sind und auch gar nicht dazu geführt haben, dass sie weiter rekrutiert wurden. Diese Medikamente wollen wir eben im sehr frühen Stadium hier, also einsetzen für eine sekundäre Prävention der motorischen Parkinson-Krankheit. Da kommen wir noch mal auf diesen Faktor zu sprechen und da gibt es diese Initiative von der Michel-G-Fox-Stiftung in den USA, die Path to Prevention-Studie. Ich hatte es letztes Jahr in der Pressekonferenz schon erwähnt. Da sind wir schon ein Schritt weiter. Da wollen wir eben diese Substanzen, die im Moment tatsächlich entwickelt werden, bei Risikopersonen einsetzen und der Launch in USA ist Ende diesen Jahres. Wir hoffen in Deutschland hier nächstes Jahr schon rekrutieren zu können. Was brauchen wir dafür? Wir brauchen Risikokohorten und Biomarker und das Gute ist, mit diesen Plattformstudien, man kann eben zwei verschiedene Medikamente miteinander vergleichen, kann dann auch während der Rekrutierung eventuell schon an der Dosis auch was ändern. Man ist nicht ganz so strikt, wie es die pharmazeutische Industrie hier ist und man kann eben eine und dieselbe Kontrollgruppe nehmen zum Vergleich von mehreren Medikamenten. Nochmal, wir brauchen Biomarker, diese Seed Amplification Essay war letztes Jahr schon vorgestellt worden, eine Möglichkeit, um aggregiertes Alpha-Synuclein in der Hirnflüssigkeit nachzuweisen, hoch sensitiv und spezifisch, klappt inzwischen auch ganz gut in den Hautbiopsin, leider noch nicht im Blut. Da sind wir dabei, aber das ist eine Möglichkeit, eben wenn hier die Parkinson-Krankheit, motorisch Parkinson-Krankheit besteht, eben schon Personen mit einem Risiko auch zu identifizieren. Wir finden diese positive Seed Amplification Essay im Liegfuhr schon zehn Jahre vor dem Ausbruch der motorischen Krankheit und wir brauchen Risikokohorten in Parallel, da sind die Michael G. Fox-Stiftungen auch wieder bei und andere Gruppen, Risikopersonen zu identifizieren. Hier mal eine Initiative haben wir in und um Kassel Risikopersonen identifiziert anhand von Fragebogen für diese nicht motorischen Symptome, haben dann Riechtests versendet und so Risikopersonen identifiziert. Wir haben das Ganze auch auf andere Städte in Europa ausgeweitet und haben dadurch jetzt die Möglichkeit, eben hierüber Patienten auch für diese Path to Prevention-Studie zu rekrutieren. Da tut sich eine ganze Menge parallel. Ich glaube das sehen Sie und ich danke noch mal für Ihr Interesse und bin gespannt auf Ihre Fragen im Nachgang. Vielen Dank, Frau Prof. Mollenhauer. Damit die Betroffenen selbst bestimmt mit ihrer Erkrankung leben können, brauchen sie verlässliche Informationen, forschen, informieren und betroffenen helfen ist daher das Motto der Parkinson-Stiftung, die mit Spenden innovative Forschung fördert und betroffene mit einem vernetzten digitalen Informationsangebot wissenschaftlich fundiert bekommt.“

Gespeichert.

Was will sie uns sagen: „Es gibt Park in so einem Patienten, die haben sehr viel schnelleren Verlauf als andere und hier haben wir uns angeschaut welche Verlaufenden schneller und was wir hier sehen sind vor allem was motorisch angeht eben und kognitiv auch metabolische und Herzkreislauf-Gesikofaktoren und das hat uns dazu gebracht einfach auch mehr über die Prävention nachzudenken und wir wissen ja, es klang schon an, dass der Park in so ein eben 20, 30 Jahre vor den motorischen Symptomen letztlich beginnt, das ist diese nicht motorische Phase, da gibt es noch keine motorischen also kein Zittern, keine Minderbeweglichkeit, keine Balanceprobleme und diese Phase können wir erstens ganz gut definieren anhand der nicht motorischen Symptome und aber auch nutzen genau da anzusetzen mit unseren Präventionsstrategien und es gibt ja verschiedene Phasen der Präventionsstrategie und wir fokussieren uns jetzt mal auf die sekundäre Prävention wenn sozusagen schon ein Risiko vorhanden ist, kann man mit bestimmten Strategien eben zusehen, dass dann die Park in so einer Erkrankung, die motorische Park in so einer Erkrankung später oder eben vielleicht auch gar nicht sich ausbreitet.“

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