L-Dopa-Präparate im Vergleich I

Ein erhellender Dialog mit der KI (ChatGPT)

Zwei L-Dopa-Präparate, zwei Hersteller – eines als Tablette von
ratiopharm und eines als Kapsel von Devatis.

Levodopa/Benserazid-ratiopharm 100 mg/25 mg
Nicht retardierte Tabletten
100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid Herstellerinformationen
Levodopa/Benserazid Devatis 100 mg/25 mg
Retardierte Hartkapseln
100 mg Levodopa + 25 mg Benserazid Herstellerinformationen

Wichtig für die Untersuchung zu Dyskinesien:
Beide Präparate enthalten dieselben Wirkstoffe in derselben Dosierung. Sie unterscheiden sich aber in ihrer Darreichungsform, Freisetzung und ihren Hilfsstoffen.

Die ratiopharm-Tablette ist nicht retardiert, während die Devatis-Kapsel Levodopa verzögert freisetzt. Das kann den zeitlichen Verlauf der Levodopa-Konzentration und damit auch motorische Fluktuationen und Dyskinesien beeinflussen.
Ein direkter Vergleich der Dyskinesiehäufigkeit lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.

Für eine wissenschaftlich aussagekräftige Gegenüberstellung sollten wir insbesondere die vollständigen Hilfsstofflisten beider Präparate und die Unterschiede in der Wirkstofffreisetzung untersuchen.

Vergleich: Levodopa/Benserazid von ratiopharm und Devatis

Wir untersuchen zwei Präparate mit nominell identischer Wirkstoffmenge:

  • ratiopharm: Levodopa/Benserazid 100 mg/25 mg, nicht retardierte Tabletten.

  • Devatis: Levodopa/Benserazid 100 mg/25 mg, retardierte Hartkapseln.

Die entscheidende Frage lautet: Können Unterschiede bei den Hilfsstoffen und der galenischen Formulierung erklären, warum Patienten unter verschiedenen L-Dopa-Präparaten unterschiedlich häufig oder stark Dyskinesien entwickeln?

Dabei müssen wir zwei mögliche Ursachen unterscheiden: die pharmakologische Wirkung der Hilfsstoffe selbst und deren Einfluss auf die Freisetzung und Aufnahme von Levodopa.

1. Vollständiger Vergleich der Hilfsstoffe

Die folgenden Angaben stammen aus den offiziellen Herstellerinformationen.

–
ratiopharm GmbH
Devatis GmbH
Hilfsstoffratiopharm TabletteDevatis Retardkapsel
Mannitol✓✓
Calciumhydrogenphosphat✓ (Dihydrat)✓
Magnesiumstearat✓✓
PovidonK25K30
Mikrokristalline Cellulose✓–
Maisstärke✓–
Carboxymethylstärke-Natrium✓–
Ethylcellulose✓–
Hochdisperses Siliciumdioxid✓–
Docusat-Natrium✓–
Eisen(III)-oxid✓–
Hypromellose–✓
Hydriertes Pflanzenöl–✓
Talkum–✓
Gelatine–✓
Titandioxid (E171)–✓
Eisen(III)-hydroxid-oxid–✓
Indigokarmin (E132)–✓

Die Unterschiede sind erheblich. Sie betreffen nicht nur die Farbe und Zusammensetzung der Darreichungsform, sondern auch Substanzen, die das Zerfallen und die Wirkstofffreisetzung steuern.

Die Fachinformationen geben allerdings keine vollständigen Mengenangaben zu den einzelnen Hilfsstoffen an.

2. Welche Unterschiede könnten Dyskinesien beeinflussen?

BestandteilPharmazeutische FunktionBedeutung für Dyskinesien
HypromelloseSteuerung der WirkstofffreisetzungIndirekt relevant durch veränderte Levodopa-Kinetik
Hydriertes PflanzenölHydrophobe Matrix, kann die Freisetzung verzögernIndirekt relevant
Carboxymethylstärke-NatriumFördert den TablettenzerfallKann schnellere Wirkstofffreisetzung begünstigen
Docusat-NatriumNetzmittelMöglicher Einfluss auf Benetzung und Auflösung
Povidon K25/K30Bindemittel mit unterschiedlichen EigenschaftenFormulierungsabhängiger Einfluss möglich
Farbstoffe und KapselhülleFärbung und UmhüllungKeine belastbaren Hinweise auf eine direkte dyskinesiefördernde Wirkung

Wichtig: Aus dem Vorhandensein eines bestimmten Hilfsstoffs lässt sich nicht schließen, dass dieser bei Parkinsonpatienten Dyskinesien auslöst. Dafür fehlen entsprechende klinische Vergleichsdaten.

3. Der wichtigste Unterschied: die Levodopa-Freisetzung

Die Devatis-Fachinformation enthält hierzu konkrete pharmakokinetische Angaben.

Schematischer Vergleich der Levodopa-Plasmakonzentration

 

Nicht retardiert

Retardiert

Illustration, keine gemessenen Konzentrationskurven der beiden Herstellerprodukte.

Nicht retardiert

Retardiert

Illustration, keine gemessenen Konzentrationskurven der beiden Herstellerprodukte.

Laut Devatis-Fachinformation gilt für die retardierte Formulierung:

  • Die maximale Plasmakonzentration liegt ungefähr 20–30 % unter der konventioneller Darreichungsformen.

  • Der Konzentrationsgipfel wird ungefähr drei Stunden nach Einnahme erreicht.

  • Relevante Plasmakonzentrationen bestehen etwa sechs bis acht Stunden.

  • Die Bioverfügbarkeit ist geringer als bei nicht retardierten Präparaten.

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Diese Unterschiede sind klinisch relevant, weil Levodopa-induzierte Dyskinesien unter anderem mit der pulsierenden dopaminergen Stimulation und der individuellen Empfindlichkeit des Gehirns gegenüber Levodopa zusammenhängen.

Allerdings bedeutet eine langsamere Freisetzung nicht automatisch weniger Dyskinesien. Auch Retardpräparate können Dyskinesien hervorrufen. Zudem können verzögerte Resorption, ungleichmäßige Magenentleerung und überlappende Einzeldosen zu unerwarteten Wirkspitzen führen.

4. Was lässt sich wissenschaftlich daraus schließen?

Drei Aussagen lassen sich unterscheiden:

Gut belegt: Unterschiedliche Levodopa-Formulierungen können unterschiedliche pharmakokinetische Profile erzeugen. Diese beeinflussen die motorische Wirkung und können das Auftreten und den zeitlichen Verlauf von Dyskinesien verändern.

Plausibel, aber für diese Präparate nicht nachgewiesen: Unterschiedliche Hilfsstoffkombinationen können über Tablettenzerfall, Löslichkeit und Freisetzung zu Unterschieden in der Levodopa-Exposition beitragen.

Nicht belegt: Ein bestimmter Hilfsstoff von ratiopharm oder Devatis verursacht unabhängig von Levodopa direkt mehr Dyskinesien. Nicht belegt

Für einen direkten Nachweis bräuchte man eine kontrollierte Vergleichsstudie mit Messungen der Levodopa-Plasmaspiegel, der motorischen ON-/OFF-Zeiten und der Dyskinesieschwere.

5. Eine besonders wichtige Konsequenz für deine Fragestellung

Der bisherige Vergleich enthält einen methodischen Störfaktor: Wir vergleichen gleichzeitig zwei Hersteller und zwei verschiedene Freisetzungssysteme.

Um zu untersuchen, ob tatsächlich die herstellerspezifischen Hilfsstoffe für Unterschiede bei Dyskinesien verantwortlich sind, wäre ein Vergleich von zwei nicht retardierten Levodopa/Benserazid-Präparaten derselben Stärke deutlich aussagekräftiger.

Devatis bietet auch Levodopa/Benserazid 100 mg/25 mg als nicht retardierte Tabletten an.

Devatis GmbH

 

Deshalb würde ich für die nächste Untersuchungsstufe drei Präparate gegenüberstellen: ratiopharm Tabletten, Devatis Tabletten und Devatis Retardkapseln. So ließen sich Unterschiede zwischen Herstellern und zwischen Freisetzungsformen zumindest systematisch auseinanderhalten.

Originalquellen: Fachinformation ratiopharm (PDF) und Fachinformation Devatis Retardkapseln (PDF).

Eine Umstellung zwischen nicht retardierten und retardierten Präparaten sollte wegen der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit und Wirkungsdauer nur ärztlich begleitet erfolgen.

 

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