Prof. Paulus: Der Honeymoon und Parkinson

Der Honeymoon als eine fast komplette Besserung der Parkinson Erkrankung?

 

Zitat: „…das muss man auch mal positiv sehen, es gibt so viele tolle Möglichkeiten bei der Parkinson-Erkrankung, über viele Jahre einen Honeymoon, also eine wirklichen, fast komplette Besserung durch Medikation zu erzielen.“

In diesem, unserem dritten Beitrag (Beitrag 1, Beitrag 2) zum Video der Parkinson Stiftung beschäftigen wir uns im Kern mit Prof. Paulus und seiner Antwort auf eine Zuschauerfrage, im Video ab Min 43:00, für welche Personengruppe er die Hirnstimulation ohne Operation (rTMS) empfehlen würde.

Salopp gesagt, kann er keinen Empfehlung aussprechen. Nach 35 Jahren wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiet der nicht-invasiven Hirnstimulation (v. a. TMS, tDCS), als dessen Pionier er gilt, erscheint er sichtlich gefasst.
Gefasst, aber demonstrativ positiv, entdeckt er auch gleich „…so viele tolle Möglichkeiten…“ zur Behandlung von Parkinson.

Statt konkret zu benennen, welche Medikamente, Wirkungen und Grenzen gemeint sind, bleibt Paulus auffallend pauschal. Die Medikation erscheint bei ihm vor allem als Möglichkeit, „…über viele Jahre einen Honeymoon…“, also eine „wirkliche, fast komplette Besserung durch Medikation …“ zu erzielen – eine Formulierung, die die symptomatische Wirkung sehr stark hervorhebt, das Fortschreiten der Erkrankung dabei jedoch völlig ausblendet.

Der Honeymoon als eine fast komplette Besserung der Parkinson Erkrankung?

Paulus dürfte mit dem „Honeymoon“ die frühe Phase der medikamentösen Behandlung meinen, in der vor allem Levodopa oft sehr zuverlässig wirkt und Beweglichkeit, Steifigkeit oder Tremor deutlich gebessert werden können.
Die Parkinson-Erkrankung selbst bessert sich dadurch jedoch nicht „fast komplett“. Im Gegenteil. Ihre zugrunde liegende Neurodegeneration besteht und schreitet fort.

Wenn Paulus mit „fast kompletter Besserung“ den Gesamtzustand eines frisch diagnostizierten Parkinsonpatienten meint, ist die Formulierung fachlich kaum haltbar.

Denn bereits in der frühen Krankheitsphase sind nichtmotorische Symptome häufig und klinisch relevant: Schlafstörungen, Fatigue, Depression/Angst, autonome Störungen, Verstopfung, Schmerzen, Hyposmie oder Harnprobleme. Quelle I, Quelle II

In einer großen frühen Kohorte hatten mehr als die Hälfte der Patienten innerhalb von 3,5 Jahren nach Diagnose unter anderem Fatigue, Schlafstörungen, Schmerzen oder Harnstörungen. Quelle I, Quelle II

Viele dieser Beschwerden sprechen zudem nicht zuverlässig auf dopaminerge Therapie an. Quelle I,  Quelle II

Erkrankung? Welche Erkrankung?

Das ist es, was viele jüngst Erkrankte in den ersten Jahren nach der Diagnose erleben: Die Medikation wirkt – und ausgerechnet jene Symptome, die sie überhaupt erst zum Arzt geführt haben, treten in den Hintergrund. Das erleichtert, macht Hoffnung und vermittelt schnell das Gefühl: Es geht doch. Weiterarbeiten, Pläne machen, das gewohnte Leben fortsetzen. Parkinson ist zwar da – aber fürs Erste scheint er sich erstaunlich gut in den Alltag einfügen zu lassen. Anfänglich.

Die Diagnose hast du erhalten, aber die Prognose liegt in deiner Hand.“
Kathrin Wersing, Podcasterin,  zitiert diesen Satz aus: Kathrin Wersing & Claudia Eyd: Jetzt erst recht – Positiv leben mit Parkinson.

Für Parkinson-Patienten ist diese Botschaft nur bedingt gültig, denn
nicht alles ist beeinflussbar: Biologie, Alter und Krankheitsverlauf setzen klare Grenzen.

Vieles ist dennoch gestaltbar: Bewegung, Therapien, Schlaf und Lebensstil können Funktion und Lebensqualität beeinflussen.

HDT-Thiamin zeigt, was zusätzlich möglich sein kann: Bei einzelnen Patienten wurden deutliche Verbesserungen motorischer und nichtmotorischer Symptome beschrieben – ein Ansatz, der den eigenen Handlungsspielraum erweitern kann.

Fassen wir zusammen: Ein Doktor kündigt einen Vortrag über sein wissenschaftliches Lebenswerk mit den Worten an: „Erwarten Sie nicht zu viel.“ Im weiteren Verlauf beschreibt er das Verfahren zwar anschaulich, kann daraus jedoch keine konkrete Behandlungsempfehlung ableiten.

Stattdessen flüchtet er sich in fachlich kaum haltbare Aussagen zu einer Begrifflichkeit, die längst abgeschafft gehört. Und das offenbar vor allem deshalb, weil sein Verfahren keine Standardantwort liefert.

Schmerzlich entbehrt
und unter Verwendung von KI erstellt.
22.09.2026

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